Architektenhaus

Ohne störungsanfällige Architektur und Haustechnik

Architektenhaus bauen und auf störungsanfällige Haus- und Lüftungstechnik verzichten.

Teuer, extravagant, verspielt, wenig funktionell oder zur eigenen Profilierung - ein Architektenhaus hatte in der Vergangenheit nicht immer einen guten Ruf.

War es früher nur der Architekt vor Ort, der in der Lage war, das neue Eigenheim individuell zu planen und bauen zu können, bieten zwischenzeitlich auch viele Hausbaufirmen mehr als nur Typen- oder Musterhäuser an, bei denen Grundrisse gespiegelt oder einzelne Wände gegen Aufpreis verschoben werden. Auch hier hat das individuell geplante Architektenhaus Einzug gehalten. Im Kern wird so aus einem unkalkulierbaren ein kalkulierbares Architektenhaus: Funktionalität und Individualität zum Festpreis.

Architektenhaus: Massivhaus oder Holzhaus?

Massivhaus - Bauweise:

Massivhäuser können wahlweise noch klassisch gemauert werden oder aus massiven Fertigelementen bestehen. Durch die im Vergleich zu einem Architektenhaus als Holzhaus verfügt ein klassisches Massivhaus über geringere Dämmwerte. Man versucht in der Regel, diesen Nachteil über einen sehr starken Wandaufbau (>36cm) oder durch das Aufbringen einer weiteren Wärmedämmung mit einem höheren Wirkungsgrad auszugleichen.

Holzhaus - Bauweise:

Moderne Architektenhäuser mit dem hohem Energieeinsparungspotenzial lassen sich mit der Holzhaus-Bauweise realisieren. Auch unter dem Begriff Holzrahmen- oder Holzständerbauweise bekannt. Hierbei besteht der Rohbau, anders als bei einem Massivhaus, nicht aus Stein oder Beton, sondern aus Holzstilen, die in Verbindung mit Holzwerkstoffplatten oder Gipsfaserplatten ein stabiles Wand- oder Deckenelement bilden. Sowohl der entstandene Hohlraum als auch die weitere Wandfläche kann für die Dämmung der Gebäudehülle genutzt werden, bei einfachen Holzhäusern mit synthetischen Dämmmaterialien wie Glaswolle, Steinwolle oder Styropor, bei einem hochwertigen Holzhaus mit natürlichen Dämmstoffen wie Zellulose oder Holzfasern.

Baustil des Architektenhauses: Stadtvilla, Bauhausstil oder Doppelhaus?

Stadtvilla:

Der Begriff Stadtvilla stammt ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert und bezeichnete ein großzügiges, freistehendes Haus mit einer großzügigen Gartenanlage. Moderne Stadtvillen verfügen häufig über ein flachgeneigtes Zeltdach und werden sowohl als Einfamilienhaus als auch als Mehrfamilienhaus genutzt.

Stadtvilla als Architektenhaus

Doppelhaus bzw. Doppelhaushälfte:

Unter einer Doppelhaushälfte versteht man ein Einfamilienhaus, welches mit einer Außenwand an ein anderes Haus anschließt. Auf der Grundstücksgrenze trennt eine Brandschutzwand die beiden Gebäude voneinander. Entgegen Doppelhaushälften älteren Datums sind moderne Häuser aus Schallschutzgründen komplett voneinander getrennt. Häufig sind Doppelhäuser aus Gründen der Kosteneinsparung symmetrisch gespiegelt. Die am häufigsten angewandten Dachformen sind das Satteldach oder Pultdach.

Doppelhaus mit Pultdach

Bauhaus - Stil:

Unter dem Bauhausstil versteht man Hausentwürfe, die sich durch ihre Gradlinigkeit, Schlichtheit und Klarheit auszeichnen. Häufigste Dachform ist hier das Pultdach oder Flachdach.

Viele weitere Baustile wie z.B. ein mediterranes Haus, ein Singlehaus, Familienhäuser oder ein sogenanntes Designhaus erweitern das verfügbare Angebot.

Architektenhaus im Bauhausstil

Kosten für ein Angebot - Freier Architekt oder doch Bauunternehmen?

Architekt

Über die Architektenkammer im jeweiligen Bundesland lassen sich entsprechende Verzeichnisse über das nächstgelegene Architekturbüro beziehen. Architektenleistungen sind in der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelt. Die Kosten für die Erstellung eines Entwurfs hängen u.a. von der Nettobausumme ab, sodass bis zum Vorliegen eines Angebots bereits ein zweistelliger Prozentsatz der kalkulierten Bausumme als Architektenhonorar fällig wird.

Hausbauunternehmen

Auch Bauunternehmen bieten individuell geplante Architektenhäuser bei einem ähnlichen Abrechnungsmodus z.B. in Form eines Vorvertrags an. Einige wenige bieten auf Basis einer Entwurfsplanung und einem Festpreisangebot diese Leistung gegen eine nur geringe Gebühr an - ohne weitere Verpflichtungen.

Architektenhaus planen

Steht das Grundstück, auf dem das Architektenhaus errichtet wird, fest, gilt es zunächst, die Rahmenbedingungen zu ermitteln. Über den Lage- und Bebauungsplan wird die mögliche Ausrichtung, Gebäudegeometrie, Dachform, Abstandsflächen und vieles mehr ermittelt. Weichen die Wünsche von den Vorgaben ab, kann ggf. über eine Bauvoranfrage eine Ausnahmeregelung beantragt werden. Ist der individuelle Grundriss erstellt und der dafür kalkulierte Preis im Budget, kann der Bauantrag (Genehmigungsplanung) gestellt werden.

Architektenhaus mit individueller Planung

Hausbauphase: wo liegt der Unterschied zwischen einem Architekten und einem Hausbauunternehmen?

Ein entscheidender Unterschied zwischen dem Hausbau mit einem Architekten und einer Hausbaufirma liegt darin, dass ein Architekt die einzelnen Gewerke lediglich ausschreibt. Das Beauftragen der einzelnen Handwerker obliegt dem Bauherrn selbst. Im Gegensatz zu einem Hausbauunternehmen, das als direkter Ansprechpartner insbesondere bei Gewährleistungsansprüchen gilt, wird es bei einem klassischen Architektenhaus z.B. bei Baumängeln an diesem Punkt problematisch: Entgegen einem festen Vertragspartner für alle Gewerke, wie z.B. einem Generalunternehmer, ist der Bauherr selbst Vertragspartner der ausführenden Firmen. Der Architekt haftet nur für Fehler, die auf seine Arbeit zurückzuführen sind.

Störanfällige Architektenhäuser vermeiden

Bei einem Architektenhaus kann die Gefahr bestehen, dass mit einer störanfälligen Architektur, begründet durch Optik und Zeitgeist, die spätere Funktion beeinträchtigt wird. Negative Auswirkungen können durch

  • ✔ eine kompakte Gebäudehülle ohne Erker, Gauben, Balkone, Vorsprünge und "Schnörkel",
  • ✔ das Weglassen von Galerien und offenen Treppenhäusern,
  • ✔ eine alltagstaugliche Planung des Grundrisses für besten Wohnkomfort,
  • ✔ Konzepte mit möglichst einfacher Haustechnik

vermieden werden.

Architektur ohne komplizierte Lüftungs- und Haustechnik

Moderne Architektur kann durchaus ansprechend sein. Ist sie jedoch störanfällig in Bezug auf spätere Baumängel oder Bauschäden, kann dies Stress verursachen und zusätzliche Kosten bedeuten. Werden potenzielle Schwachstellen wie z.B. ein Flachdach, Vorsprünge, Ecken, Gauben oder offene Balkone vermieden, wird das spätere Einfamilienhaus nicht zum "Fass ohne Boden".

Moderne Technik macht auch vor dem Bauen eines Architektenhauses nicht halt. Fällt sie jedoch aus, kann das teuer werden. Nach dem Vorsatz "Die beste Technik ist die, die man nicht braucht" sollte ein nachhaltig wirtschaftliches Architektenhaus mit einer so einfachen Heiztechnik wie möglich auskommen. Die zum Teil sehr hohen Energiestandards wie z.B. bei einem Effizienzhaus der KfW verleiten dazu, die geringe Restenergie, die ein klassisches Einfamilienhaus noch benötigt, mit einem teuren und wartungsintensiven Heizungssystem, wie mit einer Wärmepumpe, zu erzeugen. Auch der Einsatz einer aufwändigen und wartungsintensiven Lüftungsanlage können sowohl die Baukosten selbst als auch die späteren Betriebskosten des Bauherren zusätzlich in die Höhe treiben.

Individuelles Bauen dank verschiedener Ausbaustufen

Da ein Architektenhaus nicht zwangsläufig schlüsselfertig ausgeführt werden muss, nutzt der ein oder andere Bauherr dies zur möglichen Einsparung von Baukosten. Durch die Erbringung von Eigenleistung können je nach der Architektur (Stadtvilla, Bauhaus, Bungalow oder klassisches Einfamilienhaus), der Bauweise (Massivhaus, Fertighaus bzw. Holzhaus) und der Größe Kosten bis zu 40% eingespart werden. Sowohl Varianten in Holz als auch die Stahl/Holzbauweise hat sich hier als besonders geeignet herauskristallisiert.

Der Markt an verfügbaren Haustypen ist weit gefächert. Zu einem sogenannten Selbstbauhaus, bei dem meist alle Planungsleistungen, das Traggerüst oder der Rohbau und die Isolierung geliefert werden, erfreuen sich auch Architektenhäuser als Ausbauhaus einer immer größeren Beliebtheit. Hierbei wird eine nahezu geschlossene Gebäudehülle inkl. Fenster und Türen geliefert. Der Innenausbau kann dann komplett in Eigenregie übernommen werden. Jedes individuell geplante Haus sollte dabei während der gesamten Bauzeit von Bauingenieuren begleitet werden - unabhängig von der gewählten Ausbaustufe.

Musterhäuser - Ideen für das neue Haus

Größere Hausbauunternehmen bieten in einem Musterhauspark Häuser zur Besichtigung an. Kann ein solches Musterhaus nicht nur besichtigt, sondern auch via Probewohnen getestet werden, lässt sich die Wohnqualität bereits vor dem Bau während einer oder mehrerer Übernachtungen überprüfen: Schließlich soll es ein Traumhaus und kein Albtraumhaus werden. Über das Gespräch mit Bauherren, die sich bereits für ein Unternehmen entschieden haben, können zusätzliche Eindrücke gesammelt werden. Die meisten Unternehmen stellen für diese Zwecke eine Referenzliste mit Kontaktdaten zur Verfügung.