Hausdachformen

Nur Optik oder doch mit Funktion?

Dachformen – die häufigsten Hausdachformen und Ihre Vor- und Nachteile

Unter den vielen Dachformen die für sich richtige Hausdachform zu finden kann sich schwierig gestalten, denn neben optischen Gesichtspunkten sollten praktische Gründe und die eigentliche Funktion des Dachs die entscheidende Rolle spielen.

Satteldach

Die am weitesten verbreitete Dachform ist das Satteldach. Es besteht aus zwei einander zugeneigten schrägen Dachflächen, die am sogenannten First aufeinandertreffen. Die Konstruktion eines Satteldachs ist im Vergleich zu anderen Dachformen wie z.B. einem aufwändigen Mansarddach oder einem Krüppelwalmdach mit Gauben recht einfach, was nicht nur den Baukosten, sondern auch die Kosten für Wartung und Instandhaltung überschaubar hält. Mit der Veränderung der Dachneigung können Satteldächer nicht nur der regionalen Witterung, sondern auch den allermeisten Bebauungsplänen angepasst werden. Je nach Dachflächengröße reichen meist bereits 2 Fallrohre aus, was auch die Kosten für die Dachentwässerung im Rahmen hält.

Die häufigsten Satteldächer haben eine Dachneigung zwischen 35 und 45 Grad. Liegt die Dachneigung bei 30° oder weniger spricht man von einem flachen Satteldach. Diese Dachneigung findet man häufig bei Häusern mit 2 Vollgeschossen um die Höhe des Hauses und auch die Baukosten im Gleichgewicht zu halten.

Bei der Nutzung von solarer Energie gilt ein Haus mit Satteldach als der typische Allrounder, sowohl für Photovoltaik als auch für Solarthermie.

Hausdachform Satteldach

Pultdach

Pultdächer waren bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich bei Industriegebäuden und Fabriken zu sehen. Zu einer immer größeren Verbreitung auch im Einfamilienhausbau mauserten sich Häuser mit Pultdächern nicht nur durch ihre moderne Architektur, sondern insbesondere durch das solare Zeitalter. Ein Pultdach verfügt lediglich über eine einzige, geneigte Dachfläche, die sich besonders für die solare Energiegewinnung mittels Photovoltaik oder Solarthermie eignet. Das im Idealfall nach Süden ausgerichtete Dach verfügt bei dieser Dachform über die größtmögliche Fläche in eine bestimmte Himmelsrichtung. Durch die meist niedrige Dachneigung bei Pultdächern reduziert sich in der Regel die zur Verfügung stehende Wohnraumfläche nicht durch Schrägen. Auch die Kosten für die Konstruktion sprechen für diese Dachform.

Pultdach

Versetztes Pultdach

Versetzte Pultdächer, oder häufig auch Doppelpultdächer genannt, verfügen über eine weitere Dachfläche, die versetzt zur ersten gesetzt wird. Durch den entstandenen Giebelstreifen besteht die Möglichkeit durch den Einbau von Fenstern zusätzliches Tageslicht in das Obergeschoss zu leiten. Versetzte Pultdächer sind aus Konstruktionssicht recht einfach bei geringem Materialeinsatz zu fertigen.

Versetztes Pultdach, Doppelpultdach

Zeltdach

Zeltdächer, häufig bei Stadtvillen zu sehen, bestehen aus einer geometrischen Form. Dabei treffen vier Flächen symmetrisch am Firstpunkt aufeinander. Durch die meist geringe Dachneigung wirkt das Dach bei einem Zeltdach weniger wuchtig. Aus Sicht der Konstruktion gehört es zu den eher kostenintensiveren Dachformen. Je nach Haustyp steht zur solaren Energiegewinnung für Photovoltaik oder Solarthermie eine nur eher geringe Dachfläche zur Verfügung.

Zeltdach

Walmdach

Walmdächer verfügen über insgesamt 4 geneigte Flächen, die auf einen Dachfirst zulaufen. Im Vergleich zu vielen anderen Dachformen entsteht bei einem Walmdach keine Giebelseite und somit wenig Angriffsfläche für Witterungseinflüsse wie Regen oder Wind.

Aus Kostensicht gehören Walmdächer zu den teuersten Dachkonstruktionen. Durch die meist geringe Dachneigung, insbesondere bei Bungalows, ist diese Dachform nur bedingt für die solare Energiegewinnung geeignet.

Walmdach

Krüppelwalmdach

Bei Krüppelwalmdächern handelt es sich um Satteldächer, die auch an den Giebelseiten über kürzere, geneigte Flächen verfügen. Die besondere Konstruktion ist widerstandsfähiger und bietet eine höhere Stabilität, die z.B. bei höheren Schneelasten häufig gewählt wird. Durch die etwas aufwändigere Konstruktion sind Dächer mit Krüppelwalm etwas kostenintensiver.

Krüppelwalmdach

Mansarddach

Häuser mit einem Mansarddach hatten im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit. Da diese Dachform durch seine vielen Übergänge sehr Wartungs- und Störungsanfällig ist, spricht außer dem extravaganten Look kein Argument für Häuser mit Mansardendächern.

Mansarddach

Unser Rat:

Keine Dachform ist pauschal am besten geeignet. Neben dem persönlichem Geschmack spielen die mögliche Ausrichtung des Hauses und der Bebauungsplan eine entscheidende Rolle.

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