KfW-Effizienzhaus

Energieeffizient mit Tilgungszuschuss bauen

KfW-Effizienzhaus 55, 40 und 40-Plus - Einfamilienhaus energieeffizient mit Tilgungszuschuss bauen

Mit dem KfW Effizienzhaus 55, 40 und 40-Plus fördert die KfW über das Programm 153 den Bau von einem energieeffizient ausgeführten Einfamilienhaus mittels zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschuss.

Seit April 2016 bietet die KfW über das Förderprogramm 153 "Energieeffizient Bauen" für den Bau eines Effizienzhauses nach dem Effizienzhaus 40, 40 Plus und 55-Standard Fördermittel in Kombination mit zinsgünstigen Darlehen an. Der Förderkreditbetrag z.B. für ein Einfamilienhaus beläuft sich über 100.000 Euro. Ein Darlehen kann nur über einen Finanzierungspartner, z.B. über die Hausbank, bei der KfW beantragt werden. Neu ist beim Programm "Energieeffizient Bauen" auch die Option auf eine 20-jährige Zinsbindung. Je nach Effizienzhaus - Standard beträgt die tilgungsfreie Anlaufzeit zwischen einem und fünf Jahren.

KfW-Effizienzhaus - was genau versteht man darunter?

Unter dem Jahresprimärenergiebedarf ist die erforderliche Energiemenge definiert, um den Energiebedarf von einem Wohngebäude eines Jahres decken zu können. Der Primärenergiebedarf beinhaltet dabei nicht nur die reinen Anschaffungskosten der Energie, sondern auch der Energieart (z.B. Öl, Gas, Holz, Sonne …), die graue Energie (z.B. Herstellungs- und Transportkosten) sowie auch die Hilfsenergie (z.B. für Pumpen) der gewählten Heizung.

Die Zahl des jeweiligen Standards sagt etwas über die Unterschreitung gegenüber der gesetzlichen EnEV (Energieeinsparverordnung) aus. Ein theoretisches KfW-Effizienzhaus 100 würde den Anforderungen eines Referenzgebäudes in Bezug auf den Jahresprimärenergiebedarf entsprechen. Die aktuell gültigen KfW-Standards unterschreiten diese Werte um jeweils 45% (KfW-Effizienzhaus 55) bzw. 60% (KfW-Effizienzhaus 40).

Unter dem Begriff Transmissionswärmeverluste wird die Menge an Energie ermittelt, die während der Heizperiode nach außen verloren geht. Ausschlaggebend für den Transmissionswärmeverlust ist, wie energieeffizient die verwendete Art von Dämmstoffen für die Gebäudehülle sowie deren Stärke selbst, wie z.B. die der Dachdämmung oder Fassadendämmung, ausgeführt ist.

Grundlage eines Effizienzhauses und entsprechend zinsgünstigen Darlehen sind folgende bauliche sowie anlagentechnische Einzelmaßnahmen, die zur Verbesserung der Energieeffizienz unter Berücksichtigung auch erneuerbarer Energien beitragen sollen:

Energieeffizientes Bauen - Energiewende mit dem eigenem Haus gestalten

Ein Haus, das energieeffizient gedämmt ist und auf einem größtmöglichen Teil regenerativer Energien basiert, ist neben einer energetisch funktionierenden Gebäudehülle, ein Schwerpunkt bei den Förderprodukten zum Ersterwerb für Wohngebäude der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Solarthermie zur Warmwasseraufbereitung

Für die Bereitung von Trinkwasser (bis zu ca. 60% anrechenbar) und zur Heizungsunterstützung (10% anrechenbar) ist eine Solarthermie- Anlage erforderlich. Alternativ dazu ist auch die Anrechnung einer Solaranlage mittels Photovoltaik bei entsprechendem Deckungsanteil möglich.

Biomasse: Regenerativer Energieträger für Effizienzhäuser statt einer Ölheizung
Für die Erzeugung von Zusatzwärme für Heizung und Brauchwasser des Gebäudes wie z.B. Holz, Pellet oder durch eine Wärmepumpe

Gebäudehülle: Außenwand- bzw. Fassadendämmung und Dachdämmung für ein KfW-Effizienzhaus
Alle Außen- und Wandflächen des Effizienzhauses müssen mit einer entsprechenden Fassadendämmung versehen werden. Die Dachdämmung muss entsprechend energieeffizient ausgeführt sein, um eine möglichst hohe Energieeinsparung zu erzielen.

Verglasung
Hochisolierte Dreifachverglasung mit entsprechend gedämmten Fensterrahmen

Neben diesen Grundfaktoren für ein Energiesparhaus spielen Punkte wie das beheizte Gebäudevolumen, der wärmeübertragende Gebäudefläche, die Gebäudenutzfläche sowie die Fenster und Außentürflächen mit in die in die Bemessung der geplanten Immobilie ein. Folgende von der KfW spezifizierte Effizienzhaus-Programme werden angeboten und damit entsprechend gefördert:

KfW-Effizienzhaus 40

Was ist ein KfW Effizienzhaus 40?

Bei der Förderstufe nach dem KfW-40 Standard darf der Primärenergiebedarf im Vergleich zum Referenzgebäude nach der EnEV bei maximal 40%, der Transmissionswärmeverlust bei maximal 55% liegen. Die Kredithöhe je Wohneinheit beläuft sich seit dem 01.04.2016 auf 100.000 Euro bei einem Investitionszuschuss von maximal 10%.

Was versteht man unter einem KfW Effizienzhaus 40 Plus?

Mit dem KfW-40 Plus Standard entsprechen die Grenzen im Vergleich zum Referenzhaus nach EnEV sowohl beim Primärenergiebedarf als auch den Transmissionswärmeverlusten dem des KfW 40 - Standards. Um diesen Standard zu erreichen, sind zusätzlich eine stromerzeugende Anlage (Basis: erneuerbare Energie), ein Batteriespeicher, eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ("Wohnraumlüftung") sowie eine Visualisierung von Stromverbrauch und Stromerzeugung gefordert. Die Förderstufe je Wohneinheit beläuft sich aktuell ebenfalls über 100.000 Euro bei einer Förderung von maximal 15%.

KfW-Effizienzhaus 55

Was ist ein KfW-Effizienzhaus 55?

Beim KfW-55 Standard darf der Primärenergiebedarf der Immobilie 55% und dürfen die Transmissionswärmeverluste 70% im Vergleich zum Referenzgebäude nicht überschreiten. Die Vorgaben für ein KfW-Effizienzhaus können z.B. mit einer Biomasseheizung (Holz oder Pellet) bzw. einer Wärmepumpe sowie einer Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung erfüllt werden. Das zur Auszahlung bereitstehende Darlehen je Wohneinheit beträgt ebenfalls seit dem 01.04.2016 100.000 Euro.

KfW-Standard
Maximale Kredithöhe
Tilgungszuschuss
KFW-Effizienzhaus 55
100.000 Euro
5% der Darlehenssumme, max. 5.000€
KFW-Effizienzhaus 40
100.000 Euro
10% der Darlehenssumme, max. 10.000€
KFW-Effizienzhaus 40 Plus
100.000 Euro
15% der Darlehenssumme, max. 15.000€

KfW-Effizienzhaus - Laufzeit und Zinsbindung

  • ■ bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit bei 1-2 tilgungsfreien Jahren und 10-jähriger Zinsbindung
  • ■ bis zu 20 Jahre Kreditlaufzeit bei 1-3 tilgungsfreien Jahren sowie 10-jährige oder 20-jährige Zinsbindung
  • ■ bis zu 30 Jahre Kreditlaufzeit bei 1-5 tilgungsfreien Jahren bei 10- oder 20-jähriger Zinsbindung
  • ■ bis zu 10 Jahre Kreditlaufzeit mit vollständiger Tilgung zum Laufzeitende bei 10-jähriger Zinsbindung

Zinssätze eines KfW-55, KfW-40 und KfW-40 plus Effizienzhauses

Die Zinssätze eines Effizienzhauses können wahlweise für die ersten 10 oder 20 Jahre festgeschrieben werden. Die Verbilligung aus Bundesmitteln erfolgt nur für die erste Zinsbindung. Entscheidend für das zinsgünstige Darlehen ist der am Tag der Zusage durch die KfW-Förderbank gültige Programmzinssatz oder der bei Antragseingang bei der KfW günstigere Programmzinssatz.

Die Auszahlung des KfW-Kredites erfolgt zu 100% und kann sowohl in einer Summe als auch in Teilbeträgen abgerufen werden. Innerhalb der ersten 12 Monate erfolgt dies bereitstellungsprovisionsfrei. Ab dem 13. Monat wird eine Bereitstellungsprovision von aktuell 0.25% pro Monat fällig.

Tilgung und Tilgungszuschuss

Der KfW-Kredit wird nach den tilgungsfreien Anlaufjahren getilgt. Innerhalb der ersten Zinsbindungsfrist kann der Kreditbetrag zu einem Monatsende oder in Teilbeträgen ab 1.000 Euro bei der KfW kostenlos getilgt werden.

Der zugesagte Tilgungszuschuss wird nach Abschluss des Bauvorhabens von der KfW Bank entsprechend dem Förderprogramm mittels Gutschrift auf den Kreditbetrag gewährt. Voraussetzung dafür ist die Erklärung "Bestätigung nach Durchführung", welche die Einhaltung der energetischen Vorgaben bestätigt.

KfW Bestätigung nach Durchführung

Nachweis "Bestätigung nach Durchführung"

Nach Abschluss der Bauarbeiten ist eine Bestätigung von einem unabhängigen und bei der KfW registrierten Sachverständigen (z.B. Energieberater, Architekt, Bauingenieur usw.) zu erstellen, damit der entsprechende Zuschuss gutgeschrieben werden kann. Die entsprechenden Nachweise für Energiesparhäuser sind unabhängig vom Zuschuss sowohl beim KfW-40, als auch beim KfW-55-Programm zu erbringen.

Effizienzhaus-Standard eines Bio-Solar-Hauses mit Bodenplatte oder Keller

Für ein Bio-Solar-Haus können ohne hohen technischen Aufwand KfW-Mittel nach dem KfW-Effizienzhaus 55, mittels Optimierungen auch nach dem KfW-Effizienzhaus 40-Standard in Anspruch genommen werden, ohne auf eine Wohnraumlüftung wie z.B. bei einem Passivhaus angewiesen zu sein. Durch die selbstentwickelte Heizung via Photovoltaik kann ein Bio-Solar-Haus je nach Kollektorfläche auch zu einem Nullenergiehaus oder auch Plusenergiehaus werden. Bei einer Ausführung mit einem beheizten Keller sind, wie bei allen anderen Bauweisen auch, entsprechende Maßnahmen zu treffen. Spezielle Vorkehrungen bei der Ausführung der Bodenplatte sind hingegen nicht notwendig. Für die Berechnungen vermitteln wir unseren Bauherren einen aus der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes eingetragenen Energieberater.