Vollholzhaus

Wirklich alles aus Holz?

Vollholzhaus – Holzhäuser nur aus Holz

Worin unterscheidet sich ein Vollholzhaus von einem üblichen Holzhaus?

Ökologisch, gesund, Natur pur und mit einem hohen Maß an Behaglichkeit: Diesen Ansprüchen soll ein Vollholzhaus genügen. Doch wo genau liegen die Unterschiede zu einem "konventionellen" Holzhaus in Holzrahmenbauweise?

Vollholzhaus:

  1. Was ist ein Vollholzhaus?
  2. Welche Vorteile hat ein Holzhaus im Allgemeinen?
  3. Wie ist der Wandaufbau von einem üblichen Holzhaus aufgebaut?
  4. Wandaufbau Vollholzhaus
  5. Vollholzhäuser ohne Schrauben, ohne Leim, ohne Dämmung – nur Holz? Nicht ganz!
  6. Was sind die möglichen Nachteile von einem Vollholzhaus?

Was ist ein Vollholzhaus?

Unter einem Vollholzhaus versteht man zunächst ein Haus, dessen Wände und Decken ausschließlich aus natürlichem Holz bestehen. Galten bisher Blockbohlenhäuser mit ihren Wänden aus bearbeiteten Baumstämmen als Vollholzhäuser, werden von verschiedenen Anbietern zwischenzeitlich auch Häuser aus purem Holz angeboten, deren Wänden und Decken aus verschieden starken Brettlagen bestehen und zu Vollholzelementen montiert werden.

Sogenanntes Mondholz oder auch Mondphasenholz genannt, welches mancher Anbieter von Vollholzhäusern verwendet, soll zudem unter Berücksichtigung des Mondkalenders gefällt worden sein und dadurch über eine besondere Stabilität und Haltbarkeit verfügen.

Vollholzhaus Wandaufbau

Welche Vorteile hat ein Holzhaus im Allgemeinen?

Ein konsequent ökologisch gebautes Holzhaus, das auf natürliche Baustoffe setzt, sorgt nicht nur für ein hohes Maß an Wohnbehaglichkeit. Kann zudem trotz hoher Wärmedämmung auf eine Lüftungsanlage und den damit verbundenen Nachteilen bzgl. Wohnqualität verzichtet werden, ist ein natürliches und gesundes Wohnen sichergestellt.

Auch was die Bauzeiten betrifft hat das Holzhaus durch den enormen technischen Fortschritt und die Nutzung von CNC-Abbund-Anlagen beim Holzbau selbst neue Maßstäbe gesetzt. Nachteile durch das hohe Maß an Baufeuchte, die beim Bauen in Massivhäusern durch Mörtel, Estrich und Putz während der Bauphase entstehen und die Gefahr von einer hohen Luftfeuchtigkeit und damit Schimmel ansteigen lässt, existieren schlichtweg nicht.

Wie ist der Wandaufbau von einem üblichen Holzhaus aufgebaut?

Der Holzbau hat Deutschland eine lange Tradition. Die zurzeit verbreitetsten Holzhäuser werden als Holzrahmenbau oder Holztafelbau gefertigt. Bei einem solchen Wandaufbau werden im Gegensatz zu Vollholzelementen senkrechte und waagerechte Stiele aus Holz auf eine Trägerplatte montiert und als Wand- oder Deckenelemente vorgefertigt auf die Baustelle geliefert. Die entstandene Ebene zwischen der aussteifenden Platte und Außenseite des Holzstiels wird anschließend als Raum für die Wärmedämmung genutzt, die aus den unterschiedlichsten Dämmstoffen (ökologisch oder mineralisch) bestehen kann, genutzt. Der Holzrahmenbau kommt jedoch nicht nur beim üblichen Hausbau, sondern häufig auch bei der Aufstockung von Häusern zum Einsatz.

Der Wandaufbau von einem Massivholzhaus

Beim Wandaufbau eines Vollholzhauses handelt es sich wie bei einem Massivholzhaus um die einstoffliche Bauweise, meist bestehend aus Brettschichtholz. Die Wandstärken der Wandaufbauten variieren je nach Ausführung zwischen 22 und ca. 36cm. Da massives Holz im Vergleich zu vielen anderen Dämmstoffen auf Holzbasis (z.B. Holzfaser oder Zellulose) über eine geringere Dämmwirkung verfügt, ist für das Erreichen höherer Energiestandards bei einem Vollholzhaus eine zusätzliche Wärmedämmung, z.B. mit einer Holzfaserplatte notwendig.

Dämmung mit Holzfaser und Zellulose

Vollholzhäuser ohne Schrauben, ohne Leim, ohne Dämmung – nur Holz? Nicht ganz!

Natürlich unterscheiden sich die Anbieter in den von Ihnen entwickelten Bauweisen für Vollholzhäuser. Neben Stecksystemen werden die einzelnen Brettlagen auch mittels Holzverschraubungen oder durch sogenannte Holzpfähle miteinander verbunden. Aus statischen Gründen geht es jedoch auch bei Vollholzhäusern nicht ganz ohne Metallschrauben, wie z.B. an Hausecken und der Verbindung mit der Bodenplatte oder dem Keller.

Mögliche Nachteile von Vollholzhäusern

Diffusionsoffenheit

Kein Begriff wird so häufig im Zusammenhang mit ökologischen Einfamilienhäusern genannt wie Diffusionsoffen. Der Begriff selbst gibt jedoch keinen genauen Ausschluss darüber, wieviel Wasserdampf tatsächlich über den Wandaufbau diffundieren kann. Fachleute sind sich einig, dass ab einem SD-Wert von über 1,5 nur eine ausreichend häufige Fensterlüftung oder der Einbau einer Lüftungsanlage eine ausreichende Entfeuchtung sichergestellt ist. Marktübliche Vollholzhäuser liegen im Bereich zwischen einem SD-Wert zwischen 13 bis 25.

Sommerlicher Wärmeschutz und die Wärmespeicherkapazität

Um eine Überhitzung im Haus zu verhindern setzen Anbieter von Vollholzhäusern auf die hohe Wärmespeicherkapazität. Hier soll die Wärme im Sommer in der massiven Holzwand gespeichert werden und in der Nacht abgelüftet werden. Im Zuge des Klimawandels kann sich dieser Ansatz zum sommerlichen Wärmeschutz jedoch auch nachteilig auswirken. Halten Hitzeperioden an können sich die Wände soweit aufheizen, dass sich die Wärme nachts nicht mehr ablüften lässt und eine Überhitzung des Wohnraums droht.

Elektroinstallation

Da bei den allermeisten Vollholzhäusern keine Installationsebene vorgesehen ist empfiehlt es sich bei der Elektroplanung besonders sorgfältig vorzugehen. Da die Kanäle in diesem Fall im Werk bei der Herstellung von Wandelementen eingebracht werden ist es nachträglich kaum möglich Elektroninstallationen vorzunehmen.

Heizung nur mit Konvektion

Eine fehlende Installationsebene macht sich auch bei der Auswahl des Heizungssystems bemerkbar. Da sie fehlt ist eine Strahlungsheizung an Wand oder Decke nicht möglich. Es verbleiben daher nur Heizungen auf Basis von Konvektionswärme wie z.B. Fußbodenheizung, Radiatorenheizung oder das elektrische Beheizen über eine Lüftungsanlage.

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