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Bio-Plusenergiehaus

Mehr Energie - Weniger Gebäudetechnik

Plusenergiehaus

Ein Plusenergiehaus zu bauen, also ein Gebäude, welches mehr Energie erzeugt, als es benötigt, wird für Bauherren immer mehr ein Thema. Wir beleuchten die 10 wichtigsten Punkte und Fragen rund um das Bauen von Gebäuden mit einer positiven Energiebilanz.

Was ist ein Plusenergiehaus?

Ein Plusenergiehaus ist ein Haus, das in einem Jahr mehr Energie und Wärme erzeugen kann, als es selbst verbraucht.

Was ist ein Plusenergiehaus?

Ist für ein Plusenergiehaus ein bestimmtes Grundstück erforderlich?

Ob für Plusenergiehäuser beispielsweise im Vergleich zu einem Passivhaus höhere Anforderungen an ein Grundstück stellen, kann man grundsätzlich mit nein beantworten. Doch warum hört man immer wieder, dass Häuser auf Süden ausgerichtet werden müssen? Ist damit das Bauen von einem Gebäude als Plusenergiehaus zu jeder anderen Himmelsrichtung damit etwa ohne jeglichen Nutzen?

Label Energieeffizienz

Warum ist für energieeffiziente Plusenergiehäuser das Dach entscheidend?

Ratgeber, die für das Dach von einem Haus grundsätzlich eine Südausrichtung vorschreiben stammen aus Jahren, in denen die Einspeisung vom Strom aus einer Photovoltaikanlage noch ins Netz als der Standard galt.

Keine Frage - natürlich hat das Dach eines Hauses einen direkten Einfluss auf die Energieeffizienz. Ob jedoch eine Solaranlage Energie effizient für ein Plusenergiehaus erzeugt, hängt auch maßgeblich von der Dachform ab. Für Plusenergiehäuser ist besonders die zur Nutzung von Photovoltaik tatsächlich zur Verfügung stehende Fläche entscheidend. Da wird es generell schwierig, ein Haus wie z.B. eine Stadtvilla auf das Niveau eines Plusenergiehauses zu heben. Einer der möglichen Nachteile von Stadtvillen liegt an den vier getrennten Dachflächen mit entsprechenden Übergängen. Diese schränken sowohl die Anzahl als auch eine gute Ausrichtung der Photovoltaikanlage stark ein. Zudem spricht die meist geringe Dachneigung einer Stadtvilla zusätzlich gegen den Bau als Plusenergiehaus.

Ziel von einem modernen Plusenergiehaus ist es, den Strom, den das Haus produziert hat, auch selbst ohne Umweg zu verbrauchen – idealerweise also die Einspeisung und die Nutzung von einem Stromspeicher vermeiden. Das spart nicht nur die Kosten für erforderliche Technik, sondern auch die Betriebskosten für das Haus. Doch wie lässt sich ein solches Haus mit möglichst wenig Haustechnik bauen?

Ganz einfach: Energie möglichst dann für das Haus zu gewinnen, wenn sie auch verbraucht wird und damit gleichzeitig die Einspeisung von Strom minimieren. Hierfür gilt es beim Bau zukünftiger Plusenergiehäuser auch die Möglichkeit, das Dach auf Ost und West auszurichten, in Erwägung zu ziehen. Eine Dachneigung im Bereich von 20 bis 30 Grad reduziert dabei die Verschattung der Solaranlage deutlich. Überschüssige Energie per Einspeisung zu Geld zu machen, lohnt sich schon seit mehreren Jahren nicht mehr besonders. Also gilt es, die Photovoltaikanlage von einem Plusenergiehaus so zu bauen, dass der Strom über den gesamten Tag gut verteilt produziert wird. Eine Maßnahme, die nachhaltig eine positive Energiebilanz aktiv unterstützt.

Benötige ich für ein Plusenergiehaus einen Stromspeicher?

Solarstrom in einem Stromspeicher „parken“ und wenn die Sonne nicht scheint, den Strom verbrauchen. Klingt zunächst gut und ideal für den Bau von einem Plusenergiehaus. Doch es gibt ein paar Haken:

Viele Bauherren möchten die Energieeffizienz ihres Hauses steigern und überschüssige Energie, die selbst nicht sofort verbraucht werden kann, in Stromspeichern für Haushaltsgeräte und Licht „parken“. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom so gut wie nicht mehr lohnt. Doch lohnen sich die Mehrkosten eines Stromspeichers für den privaten Hausbau? Insbesondere finanziell gesehen, so meint auch die Verbraucherzentrale NRW, lohnt sich der Bau eines Plusenergiehauses mit Batteriespeicher für private Bauherren eher nicht.

Die Kosten für einen attraktiven Speicher mit der erforderlichen Technik liegen zwischen 8000 bis 10000 Euro. Berücksichtigt man zudem die doch recht kurze Lebensdauer von Stromspeichern (ca. 10-15 Jahre) und den realistischen Autarkiegrad von ca. 20-50% in den Sommermonaten, sprechen derzeit die rein wirtschaftlichen Fakten gegen die Anschaffung eines Batteriespeichers beim Bau von einem Plusenergiehaus.

Die wirtschaftlichste Lösung für die Nutzung von erneuerbarem Strom aus Photovoltaikanlagen ist der direkte Eigenverbrauch und ggf. die Speicherung in ein vorhandenes Elektroauto. Nur die dann noch überschüssige Energie sollte für die Einspeisung bereitgestellt werden.

Photovoltaik-Solar-Mover

Warum raten Massivhaus-Anbieter vereinzelt, dass man kein Plusenergiehaus bauen sollte?

Vielleicht, weil man im Vergleich zu einem Holzhaus nur unter größten Anstrengungen mit einem massiv gebauten Haus die erforderliche Dämmwerte erreichen würde, damit ein Plusenergiehaus überhaupt möglich ist? Scherz bei Seite: Stimmt die Dämmung und damit die Energieeffizienz von einem Haus, so ist mit einer größeren Photovoltaikanlage aus jedem Gebäude ein Plusenergiehaus zu machen. Mit Blick auf die Zukunft – Stichwort Elektromobilität – wird Photovoltaik auf jedem Haus zum Standard gehören müssen, um schnellstmöglich die Klimaneutralität erreichen zu können. Noch einfacher geht es, wenn Häuser so wenig Technik wie möglich benötigen – wie z.B. das Haus-im-Haus.

Wie hoch liegen die Kosten für ein Plusenergiehaus?

Die Frage nach den Kosten für ein Plusenergiehaus müsste eigentlich lauten: Welche Mehrkosten fallen für ein solches Haus an? Den Preis bestimmt zunächst maßgeblich die Größe der Solaranlage des Hauses. Derzeit (Stand 03/2022) kann man von Kosten von ca. 1500 Euro pro verbauten kWp Photovoltaik ausgehen. Eine für Plusenergiehäuser sinnvolle Photovoltaik-Anlagengröße beginnt bei ca. 10 kWp.

Plusenergiehaus bauen – kommt es auf die Bauweise an?

Viele Faktoren haben auf das Bauen eines Plusenergiehauses Einfluss. Wie gut sich das geplante Gebäude eignet, entscheiden viele einzelne Punkte. Für ein Plusenergiehaus muss die Basis stimmen: es beginnt bei der Architektur und der Bauweise und endet beim Wandaufbau, der Dämmung von Dach und Boden und dem U-Wert. Ist ein Haus vom Grundsatz her schon energieeffizient, so ist es leichter, daraus ein Plusenergiehaus zu machen. Dabei spielt die Tatsache, ob man ein Effizienzhaus, ein Passivhaus oder ein Fertighaus aus Holz baut zunächst eine untergeordnete Rolle. Auf die späteren Betriebskosten kommt es an - und die hängen maßgeblich von der genutzten Haustechnik ab.

Heiz- und Betriebskosten

Gibt es eine Förderung für Plusenergiehäuser?

Eine spezielle Förderung für Plusenergiehäuser existiert zurzeit nicht. Bauherren, die kurz vor dem Hausbau stehen, wird es aktuell generell nicht leichtgemacht. Sicherlich war es mehr als überfällig, das in Deutschland mittlerweile zum Standard gewordene Effizienzhaus 55 der KfW aus der Förderung herauszunehmen. Auch Förderungen für oftmals nur auf dem Blatt existierende zweite Wohneinheiten wie z.B. einer Einliegerwohnung stehen zwischenzeitlich in der Kritik, da das investierte Geld bisher den Wohnungsmarkt nicht besonders entspannen konnte.

Nach der Vollbremsung bei der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) im Januar 2022 bleibt abzuwarten, wie die neuen Förderungen genau aussehen werden. Werden Plusenergiehäuser bei der Energieversorgung in Deutschland eine Rolle spielen? Wird der Sprung zu mehr Nachhaltigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz in Zukunft besser gelingen?

Plusenergiehaus: Vorteile und Nachteile

Wie alles hat auch das Bauen von einem Plusenergiehaus nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile, wobei die Vorteile klar überwiegen. Der Anspruch an moderne Häuser der Zukunft wird mit Blick auf die nächsten Jahre den Hausbau stark verändern. Eine positive Energiebilanz, also mehr Energie vor Ort zu erzeugen, als das jeweilige Haus benötigt, ist der größte Vorteil von einem Plusenergiehaus. Dies wird bei jedem neuen Gebäude auch eine immer größere Rolle spielen, insbesondere im Hinblick auf die Zukunft bei der Elektromobilität. Die Diskussion über eine Pflicht für den Bau einer Solaranlage auf jedem Dach ist bereits im vollen Gange. Ob Holzhaus oder Massivhaus-Anbieter: alle werden sich auf diesen Trend einstellen müssen, um in der nahen Zukunft quasi nur noch Plusenergiehäuser zu bauen.

Natürlich bestehen – zumindest zurzeit – noch Nachteile, die das Bauen eines Plusenergiehauses mit sich bringt. Da wären zum einen die höheren Kosten – verursacht durch die erforderliche Photovoltaikanlage. Ob der Preis trotz höherer Nachfrage in den nächsten Jahren fallen wird, bleibt abzuwarten. Weiter zählt die derzeitige Unwirtschaftlichkeit von Speichern jeglicher Art als momentaner Nachteil. Doch auch hier hat die Entwicklung von nachhaltigen Lösungen massiv an Fahrt aufgenommen. Für den Übergang wird für die Speicherung von Strom, auch um das öffentliche Netz zu entlasten, ein Elektroauto als Stromspeicher – zumindest im Sommer - die beste Lösung sein.