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Dacheindeckung

Materialien sowie Vor- und Nachteile

Dacheindeckung – Alle Materialien im Vergleich

Oft unterschätzt: Die Dacheindeckung

Neben der Dachform und Dachneigung ist die Dacheindeckung nur auf den ersten Blick eine rein optische Frage. Das Dach ist der Teil vom Haus, der besonders „herangenommen wird“: Schnee und Regen, Wind, Hitze und Kälte ist das Material ausgesetzt. Erfahren sie in diesem Überblick, welche Möglichkeiten es an Dacheindeckungen neben dem klassischen Dachziegel gibt, welche unterschiedlichen Eigenschaften die verschiedenen Materialien besitzen und was das aus Sicht der Kosten beim Bauen von einem neuen Haus jeweils bedeutet.

Dachsteine aus Beton

Die Dacheindeckung für den rauen Alltag

Die wohl am häufigsten in Deutschland anzutreffende Dacheindeckung sind Dachsteine aus Beton. Betondachsteine bestehen aus den Materialien Sand und Zement und sind in verschiedenen Größen, Formen und in unterschiedlichen Farben erhältlich. Durch das hohe Gewicht gilt ein Betondachstein als die Dacheindeckung besonders für raue Bedingungen.

Dacheindeckungen mit Betondachsteinen eignen sich für ein Dach ab 15 Grad Neigung. Doch auch Dächer mit einer geringeren Dachneigung sind möglich, hierfür ist dann eine regensichere Unterkonstruktion, z.B. mit einer Unterspannbahn, erforderlich.

Das Verlegen ist recht einfach. Dächer, die mit Dachsteinen aus Beton eingedeckt sind, lassen sich problemlos mit einer Photovoltaik-Anlage nachrüsten. Zu den bekanntesten Herstellern für Betondachsteine gehören Braas, Creaton und Nelskamp. Die Preise für das reine Material sind recht günstig.

Dachsteine aus Beton

Abbildung: Dachsteine aus Beton

Dachziegel

Dacheindeckung mit Materialien aus der Natur

Schon die Römer und Griechen verwendeten als Dacheindeckung Dachziegel, die lediglich aus Ton und Lehm bestanden. Heutzutage sind Ziegel für Dächer in verschiedenen Ausführungen und Farben verfügbar. Dachziegel gelten als beliebte Alternative gegenüber Dacheindeckungen aus Beton, auch weil es sich weitestgehend um ein Naturprodukt handelt und durch das Engobieren (beschichten) die Eindeckung viele Jahre vor Verschmutzungen jeglicher Art geschützt ist.

Fachleute empfehlen Dachziegel ab einer Dachneigung von 20 Grad einzusetzen. Durch das geringe Gewicht der Ziegel geht die Verlegung leicht von der Hand. Das Bild etwas trüben tut die ökologische Bilanz dieser Form der Dacheindeckung, denn für die Herstellung von Dachziegeln ist durch das Brennen des Tons relativ viel Energie erforderlich.

Rote Dachziegel aus Ton

Abbildung: Dachziegel aus Ton

Schiefer

Besonders langlebige Eindeckung für ein Dach

Das viele Millionen alte Naturgestein Schiefer muss, anders als eine Dacheindeckung aus Tondachziegel oder Beton, bis zur Eindeckung auf dem Dach kaum bearbeitet werden. Durch die daher nur geringe Menge an Energie, die für seine Herstellung erforderlich ist, fällt die Energiebilanz von Schiefer besonders positiv aus. Da es sich um ein natürliches Material handelt, ist Schiefer nur in den Farben schwarz, anthrazit, grünlich oder rot verfügbar. Für eine optische Variabilität sorgt bei einer Schiefereindeckung außerdem die Art der Verlegung wie z.B. die Schuppen- oder Bogenschnittdeckung.

Die Dacheindeckung mit Schiefer ist jedoch sehr aufwändig, lohnt sich jedoch, da er lange haltbar ist und Reparaturen sehr leicht durchgeführt werden können. Das einzudeckende Dach sollte über eine Dachneigung von mindestens 12 Grad verfügen und anders, als bei Dacheindeckungen mit Dachsteinen oder Dachziegeln reicht in der Regel eine Lattung zur Befestigung nicht aus. Die allermeisten Dachdecker halten eine Vollschalung unter dem Dach für zwingend erforderlich.

Dacheineckung mit Schiefer

Abbildung: Schiefereindeckung

Faserzementplatten

Künstlicher Schiefer fürs Dach

In den 70er und 80er Jahren durch Belastung mit Asbest in Verruf geraten, gilt sogenannter „Kunstschiefer“ aus Faserzementplatten als eine preiswerte Alternative gegenüber Dacheindeckungen aus natürlichem Schiefer. Für die Herstellung wird Zement, Sand, Kunstfasern und Zellulose genutzt und ist damit deutlich leichter, als Naturschiefer. Die Oberfläche ist optisch kaum von echtem Schiefer zu unterscheiden. Auch aus Sicht der Kosten liegt das Material deutlich unter dem Original.

Entgegen den begrenzten Farbmöglichkeiten beim Naturprodukt ist eine Platte aus Faserzement (umgangssprachlich auch als Eternit bezeichnet) in unterschiedlichen Farben und Formen möglich. Doch es gibt auch Schattenseiten: Faserzementplatten liegen im Bezug auf Haltbarkeit als auch Ökologie deutlich unter alternativen Dacheindeckungen.

Rote Dachziegel aus Ton

Abbildung: Faserzementplatten

Metall

Vielfach unterschätzte Dacheindeckung?

Früher Industrie- oder Wirtschaftsgebäuden vorbehalten erfreuen sich Dacheindeckungen aus Metall nicht nur bei einer Dachsanierung, sondern auch beim Neubau einer stetig wachsenden Beliebtheit. Grob unterschieden wird dabei unter:

  1. Blech in Trapezform und Wellplatten - aus Aluminium oder Stahl
  2. Blechdach mit Stehfalz - aus Zink oder Kupfer

Die Platten sind in den unterschiedlichsten Farben und Formen verfügbar, teilweise sogar als Sandwichelement mit integrierter Dämmung. Von Vorteil bei Platten aus Metall ist nicht nur das geringe Eigengewicht. Eine Dacheindeckung von einem Haus erfolgt durch die Größe sehr schnell und leicht. Platten aus Titanzink, Kupfer oder Aluminium sind nicht nur sehr haltbar, auch die Ökobilanz ist besonders positiv, denn für die Herstellung wird relativ wenig Energie benötigt und das spätere Recycling ist ohne große Aufwand verbunden.

Dacheineckung mit Metall

Abbildung: Dacheindeckung aus Metall

Bitumen

Ist eine Abdichtung eine echte Alternative?

Mit Bahnen aus Bitumen oder mit Bitumenschindeln, umgangssprachlich auch als „Dachpappe“ bezeichnet, lassen sich Gartenlauben oder Spielhäuser schnell und einfach abdichten. Spätestens nach dem Flachdach-Boom der 70er Jahre ist jedoch bekannt, dass eine Dacheindeckung mit Bitumen nie dauerhaft dicht zu halten sind und einen hohen Aufwand für die Wartung mit sich ziehen. Auch wenn die Kosten durch den überflüssigen Dachstuhl erstmal günstiger erscheinen, ist der spätere Ärger in der Regel größer als die vermeintliche Ersparnis.

Bitumenbahnen können entweder unter Hitze verschweißt, kaltverlegt (mit Klebefolie) oder in flüssiger Form aufgetragen werden. Neben der Abdichtung mit Bitumen besteht auch die Möglichkeit ein Flachdach mit einer EPDM-Folie oder mit flüssigem Kunststoff abzudichten.

Dachabdichtung mit Bitumen

Abbildung: Bitumenbahnen

Harte und weiche Bedachung

In den Landesbauordnungen wird zwischen einer harten Bedachung und einer weichen Bedachung unterschieden. Maßstab ist dabei, ob die Dachkonstruktion sowie der Baustoff, mit dem das Dach eingedeckt wird, beständig gegen strahlende Wärme und Flugfeuer ist.

Reetdach

Dacheindeckung mit Schilfrohr

Noch häufig im Norden aber auch im Schwarzwald anzutreffen sind Häuser, die mit einem Reetdach eingedeckt sind. Diese Form der sehr alten, schon viele hundert Jahre bekannten Dacheindeckung, erfordert für die Ausführung erfahrene und spezialisierte Handwerker. Als Material zum Decken des Dachstuhls wird natürliches Schilfrohr verwendet, dass durch seinen hohen Anteil an Silizium besonders widerstandsfähig ist. Ein Reetdach eignet sich für ein Haus mit einer Dachneigung von mindestens 45 Grad. Regelmäßige Wartung, die Gefahr durch Schimmel- oder Schädlingsbefall als auch die hohen Versicherungsprämien aufgrund der hohen Brandgefahr sprechen eher gegen die Dacheindeckung mit Reet. In den meisten Fällen fällt die Wahl für ein Reetdach daher eher aus rein optischen Gründen.

Die Preise für Reetdächer liegen deutlich höher als bei allen anderen Möglichkeiten ein Dach einzudecken.

Reetdach aus Schilf

Abbildung: Reetdach

Plexiglas

Die alternative Eindeckung zu Echtglas?

Die Dacheindeckung mit Plexiglas ist für einen Wintergarten, aber auch für einen Carport oder ein Gewächshaus recht gut geeignet. Bei dem verwendeten Material handelt es sich um Polymethylmethacrylat, einem hochwertigen Kunststoff, der recht leicht, witterungsbeständig und UV-Stabil ist. Platten vom Typ „Resist“ sind dabei eine Alternative zur Eindeckung mit Echtglas. Eine Platte besteht aus zwei Scheiben, die mit einem Steg verbunden sind. Dadurch erhöht sich nicht nur die Stabilität: Durch den dazwischenliegenden Luftspalt wird dadurch auch eine gewisse Dämmung sichergestellt.

Das Verlegen auf dem Dach gestaltet sich recht einfach, denn die einzelnen Platten werden lediglich mittels Leisten aus Aluminium geklemmt. Plexiglas kann bereits ab einer Dachneigung von 5-7 Grad eingesetzt werden. Die Haltbarkeit einer solchen Dacheindeckung beläuft sich über ca. 20 – 25 Jahre, danach ist in der Regel eine Sanierung bzw. Austausch erforderlich. Durch gestiegene Preise auf dem Rohstoffmarkt sind die Kosten pro m² in den letzten Jahren nicht unerheblich gestiegen. Im Vergleich zu einem Echtglasdach ist der Preis jedoch noch relativ günstig.

Dacheindeckung mit Plexiglas

Abbildung: Dach mit Plexiglas

Glas

Die sichere Dacheindeckung?

Die Eindeckung von einem Dach mit Glas kann für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete an einem Haus verwendet werden: Angefangen über Vordächer über Terrassenüberdachungen bis hin zum Dach für einen Wintergarten.

Um Glas für die Dacheindeckung nutzen zu können ist eine statisch entsprechende Unterkonstruktion, in dem meisten Fällen mittels Holzsparren, erforderlich. Profile aus Aluminium halten dabei das Glas in Position. Um Verunreinigungen zu vermeiden sollte die gewählte Dachneigung nicht zu flach ausfallen. Die Preise für Dacheindeckungen aus Glas liegen deutlich über denen von Kunststoff. Die höheren Kosten machen sich in der Regel jedoch durch eine deutlich längere Haltbarkeit bezahlt. Mit der Wahl von Isolierglas ist mit einer solchen Dachverglasung auch das Sparen von Energie möglich.

Dacheindeckung mit Glas

Abbildung: Echtglasdach

Gründach

Die alternative Dachdämmung

Eine nicht neue, aber voll im Trend liegende Dacheindeckung ist die des Gründachs. Sowohl bei einem Flachdach als auch vielen anderen Dachformen können – wenn die Dachneigung nicht zu steil ist – Dächer mit einem Gründach eingedeckt werden. Über der wasserdichten Ebene (z.B. einer Bahn aus EPDM) folgte eine Drainageebene. Zwischen dieser, dem Substrat und den Pflanzen wird eine Filterschicht verbaut, die das Auswaschen verhindert.

Ein Gründach bietet mehr, als nur das Speichern von Wasser. Es übernimmt auch gleichzeitig die Dämmung und bietet Lebensraum für Pflanzen und Tiere, was gerade in städtischen Gebieten ein echter Mehrwert ist. Ideal geeignet sind Sedumpflanzen: Sie vertragen Hitze und Trockenheit genauso wie Kälte und sorgen so für einen geringen Aufwand an Wartung.

Gründach mit Sedumpflanzen

Abbildung: Gründach

Holzschindeln

Ein Dach aus Holz?

In Teilen Bayerns und Österreichs haben Dacheindeckungen mit Holzschindeln Tradition. Wer sich für Holz als Material für die Dacheindeckung entscheidet, für den stehen ästhetische Gründe im Vordergrund, denn sowohl aus Kosten als auch aus Sicht der Haltbarkeit spricht nur wenig für ein Dach mit Holzschindeln. Wird Lärche oder Eiche verwendet, so kann man von einer Haltbarkeit von ca. 30 Jahren ausgehen. Direkten Einfluss auf die Haltbarkeit hat sowohl der Standort (kann das Dach nach Regen oder Schnee trocknen?) sowie die vor Ort herrschende Luftqualität.

Dacheindeckung mit Holzschindeln

Abbildung: Holzschindeln

Häufige Fragen zu Dacheindeckungen

Der niedrige Preis, die hohe Widerstandsfähigkeit sowie der gute Schallschutz sind die wichtigsten Vorteile von Dachsteinen. Von Nachteil ist die Anfälligkeit für Verschmutzung durch Moose und Flechten.

Dachsteine können problemlos zwischen 50 und 60 Jahren halten. Abhängig ist tatsächliche Haltbarkeit von der Witterung und dem Standort.

Vorteile von Dachziegeln sind die geringe Anfälligkeit für Verschmutzungen und besonders lange Haltbarkeit. Die energieintensive Herstellung und die hohen Kosten zählen zu den Nachteilen von Dachziegeln.

Dachziegel aus Ton haben eine Lebensdauer von über 60 Jahren.

Die Vorteile von einem Schieferdach sind vielfältig: Es ist sehr haltbar und wartungsfreundlich. Da es sich um ein Naturprodukt handelt und geringe Energie zur Herstellung benötigt wird, verfügt Schiefer über eine positive Energiebilanz. Von Nachteil ist die begrenzte Farbauswahl und die deutlich höheren Kosten.

Ein mit Schiefer eingedecktes Dach kann problemlos über 100 Jahre halten bevor es ersetzt werden muss.

Eine Dacheindeckung mit Faserzementplatten hat ein geringes Eigengewicht und ist in vielen Farben erhältlich. Der größte Vorteil liegt darin, dass auch große Formate möglich sind. Doch es gibt auch Nachteile: Die Platten sind anfällig für Schmutz und bieten nur einen geringen Schallschutz.

Bei Faserzementplatten gehen Fachleute von einer Haltbarkeit von über 40 Jahren aus.

Ein Dach aus Blech hat viele Vorteile: Es ist besonders haltbar, in vielen Farben und Formen verfügbar und gut recyclebar. Ein Nachteil von einem Dach aus Blech ist, dass sich das Material bei Temperaturschwankungen verformen kann.

Die Haltbarkeit von einem Dach aus Metall hängt wesentlich vom verwendeten Material ab. Einfache Blechdächer können bis zu 50 Jahre halten. Veredelte Metalle wie z.B. Kupfer oder Aluminium können problemlos bis zu 100 Jahre halten.

Ein Bitumendach hat zunächst viele Nachteile: Es ist durch seinen Bestandsteile unökologisch, verfügt nur über eine geringe Haltbarkeit und muss häufig gewartet werden. Der offensichtlich größte Vorteil ist, dass es zumindest bei der Anschaffung relativ kostengünstig ist.

Ein Bitumendach hält in der Regel zwischen 20 und 30 Jahre. Danach ist ein kompletter Austausch erforderlich.