Keller oder Bodenplatte

Das Fundament beim Hausbau

Keller oder Bodenplatte: Vor- und Nachteile sowie Kosten

Hausbau mit Keller oder Bodenplatte? Diese Frage stellen sich viele Bauherren, wenn der Hausbau ansteht. Welche Vorteile hat ein Keller und wann ist eine einfache Bodenplatte die richtige Wahl?

Die Entscheidung, ob das neue Haus auf einer Bodenplatte oder auf einen Keller gebaut wird, hängt nicht nur alleine von den Kosten ab. Sie sollte bereits vor dem Grundstückskauf entschieden sein. Grundstücke mit entsprechendem Gefälle erfordern eine Unterkellerung während ebenerdige Grundstücke eine freie Entscheidung zwischen einem Haus sowohl mit einer Bodenplatte als auch einem Keller zulassen.

Bodenplatte oder Keller:

  1. Die Bodenplatte – das Fundament eines jeden Hauses
  2. Weitere Formen und Arten von Fundamenten
  3. Tipp: Ein Bodengutachten schützt vor bösen Überraschungen
  4. Der Keller – das Multitalent?
  5. Tipp: Richtiges Lüften eines Kellers
  6. Vor- und Nachteile Bodenplatte und Keller
  7. Mit welchen Kosten Sie bei einer Bodenplatte, bei welchem Preis bei einem Keller rechnen sollten

Die Bodenplatte – das Fundament eines jeden Hauses

Die Funktion einer Bodenplatte (Fundamentplatte) ist die Lasten des späteren Hauses abzutragen und die Standsicherheit des gesamten Bauwerks zu gewährleisten. Der ggf. vorhandene Mutterboden bzw. das Erdreich wird abgetragen und die entstandene Fläche für das Fundament begradigt. Anschließend erfolgt der Aufbau vom Untergrund, der je nach Bodenbeschaffenheit und Anbieter sehr variieren kann, in der Regel jedoch mit einer Filterschicht aus Schotter und darauf mit wasserundurchlässigem Material ausgeführt wird.

Nachdem die Leerrohre für die Entwässerung, alle weiteren Versorgungsleitungen und der Fundamenterder für die spätere Elektroinstallation und dem Blitzableiter gesetzt sind, wird die Bewehrung mit Stahl gemäß den Fundamentplänen, die der Statiker berechnet, erstellt. Entsprechend seinen Vorgaben wird die Bodenplatte des Bauvorhabens schließlich aus Beton gegossen, der je nach Bedürfnissen Zusatzstoffe wie „Beschleuniger“ oder auch „Verzögerer“ hinzugefügt werden können. Nach einer Trocknungszeit von ca. 1 Woche (je nach Witterung) ist das Fundament soweit ausgehärtet, dass der eigentliche Hausbau weiter fortschreiten kann.

Sogenannte „Thermo-Bodenplatten“ werden zusätzlich mit einer Wärmedämmung versehen. Die Wirtschaftlichkeit solcher recht kostenintensiven Maßnahmen ist unter Fachleuten jedoch umstritten.


Bodenplatte

Weitere Formen und Arten von Fundamenten: Streifenfundament und Punktfundament

Neben der Bodenplatte, die vollflächig auf die Maße des Baukörpers erstellt wird, existieren noch weitere Fundamentarten:

Streifenfundament

Streifenfundamente entsprechen nicht dem kompletten Maß des späteren Hauses, sondern lehnen sich an den Grundriss an. Das Fundament wird also „in Streifen“ dort erstellt, wo später Wände die Lasten auf den Boden abgeben. Die Kosten für das Material bei einem Streifenfundament sind im Vergleich zu einer vollflächigen Bodenplatte geringer. Aufgrund jedoch des höheren zeitlichen Aufwands im Vergleich zu einer konventionellen Bodenplatte sind die Gesamtkosten jedoch nicht günstiger. Da ein Streifenfundament relativ einfach herzustellen findet man es häufig im Gartenbereich, z.B. bei der Gründung von Mauern an.

Punktfundament

Punktfundamente kommen dort zum Einsatz, wo einzelne Lasten abgetragen werden müssen. Je nach Last werden hierfür sogenannte Bewehrungskörbe aus Eisen verwendet, die anschließend mit Beton gefüllt werden. Häufigste Einsatzgebiete für ein Punktfundament sind z.B. Gartenhäuser oder Carports.

Tipp: Ein Bodengutachten schützt vor bösen Überraschungen


Mit einem Bodengutachten lassen sich unvorhersehbare Kosten vorab ermitteln. Neben der Tragfähigkeit und Bodenbeschaffenheit enthält es auch Informationen zu vorhandenem Grundwasser und möglichen Altlasten. Wichtig ist es, zuvor zu wissen, wo genau auf dem Grundstück das spätere Haus errichtet werden soll.

Der Keller – das Multitalent für das zukünftige Traumhaus?

Da jeder Keller auch eine Bodenplatte benötigt, fallen die Kosten für das Fundament auch bei einem Keller an. Heutzutage wird ein Großteil von Kellern als ein sogenannter Fertigkeller ausgeführt. Fertigkeller bestehen aus einzelnen Wand- und Deckenelementen, die in einem Werk bereits vorgefertigt und auf der Baustelle binnen kürzester Zeit montiert werden können. Auf der Kellerdecke wird anschließend das eigentliche Haus errichtet.

Grundsätzlich wird zwischen zwei Ausführungsarten unterscheiden:

Keller als „schwarze Wanne“

Auf die Kellergeschoss-Wände wird eine schwarze Bitumenschicht zur Kellerabdichtung aufgebracht. Als weitere Schutz- und Dämmschicht erhält die Kellerwand eine zusätzliche Schutzschicht mit Perimeterdämmplatten.

Keller mit schwarzer Wanne (Bitumen)

Keller als „weiße Wanne“

Bei dieser Fertigungsweise werden die Außenwände des Kellers aus wasserundurchlässigem Beton hergestellt. Diese Variante bietet sich insbesondere bei Problemen in Bezug auf Grundwasser an.

Keller als weisse Wanne aus wasserdichtem Beton

Teilunterkellerung – halb Haus, halb Keller

Die Teilunterkellerung gehört zu einem beliebten Kompromiss in Bezug auf Funktion und hochwertigem Wohnraum. Dabei wird der zum Hang gelegene Hausteil zum Abfangen des Erddrucks als Keller ausgeführt. Der nicht teilunterkellerte Bereich des Hauses wird dann in der Bauweise des Hauses ausgeführt. Ist geplant das Untergeschoss nicht als Lagerraum oder Hobbyraum sodern als Wohnkeller oder als Einliegerwohnung zu nutzen, so ist auch dieser Teil des Hauses entsprechend den gesetztlichen Verordnungen der EnEV zu dämmen. Als Dämmstoffe kommen wasserabweisende Dämmstoffe (Perimeterdämmung) zur Anwendung. Bei einem Fertigkeller ist durch die hohe Dichtheit eine Wohnraumlüftung nahezu unvermeitlich. Als Heizsystem empfielt es sich zusätzlich eine Fußbodenheizung zu installieren und diese an die bestehende Heizungstechnik mit anzuschließen.

Teilunterkellerung

Tipp: Richtiges Lüften eines Kellers


Ein Keller sollte im Sommer nur nachts gelüftet werden. Grund dafür ist, dass warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Trifft die warme Luft am Tag dann auf die relativ kalten Kellerwände, so besteht die Gefahr von Kondenswasserbildung. Im Winter ist das stundenweise Lüften des Kellers hingegen jederzeit empfehlenswert.

Bodenplatte eines Kellers

Vieles spricht für eine Bodenplatte, vieles aber auch für einen Keller. Zur besseren Abwägung finden Sie nachfolgend die wichtigsten Argumente, die jeweils für oder gegen einen Kellerbau sprechen und im Umkehrschluss auch gegen oder für ein klassisches Fundament sprechen:

Vorteile Keller:
Nachteile Keller:
Das Grundstück kann kleiner ausfallen
Kein gutes Raumklima für die Nutzung als Wohnraum
Viel Stauraum für Vorräte und saisonale
Höhere Kosten durch Erdaushub, Entsorgung und Dämmung
Platz für Haustechnik
Platzverlust durch zusätzliche Treppe
Kürzere Bauphase bei einem Fertigkeller
Keine Barrierefreiheit
Vorteile Bodenplatte:
Nachteile Bodenplatte:
Geringere Kosten
Keine Hanggrundstücke möglich
Geringe Gefahr von Bauschäden
Weniger Stauraum
Barrierefreies Bauen möglich
 
Keller mit Wärmedämmung

Kosten von einem Keller und einer Bodenplatte

Aufgrund der unterschiedlichen Leistungen von Anbietern ist es schwer genaue Kosten für einen gemauerten Keller oder einem Fertigkeller pauschal zu benennen.

Welche Kosten fallen für eine Bodenplatte an?

Für die Herstellung einer Bodenplatte sollten Sie mit Kosten zwischen 140 und 170.- Euro / m² Bodenplatte rechnen. Darin nicht enthalten sind die Kosten für die notwendigen Bodenarbeiten, um den Mutterboden für das Fundament abzutragen. Die Kosten für eine sogenannte "Thermobodenplatte" liegen nochmal deutlich höher. Über Sinn und Unsinn einer solchen speziell isolierten Thermobodenplatte streiten Fachleute.

Wie hoch liegen die Kosten für einen Keller?

Für einen Rohbaukeller sollten Kosten von ca. 450.- Euro / m² kalkuliert werden. Die notwendige Bodenplatte ist in den Kosten für den Kellerbau bereits enthalten. Nicht enthalten ist der Preis für die notwendigen Boden- und Erdarbeiten, weil diese je nach Grundstück oder Hanglage stark variieren können.

Bundesweit tätige Fertigkeller- und Bodenplattenanbieter

Hersteller wie Knecht, Süd-West-Keller oder Glatthaar gehören zu den bekanntesten, bundeweit tätigen Tiefbauunternehmen für die Unterkellerung mit Fertigkellern aus Betonelementen als Lager- oder Wohnkeller.

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